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Beerfelder Galgen

49° 34' 2" N, 8° 57' 52" O/ 452 m über NN

DD,dddd°(WGS84)
49.57209° N, 8.9645° O
DD° MM,mmm'(WGS84)
49° 34.325' N, 8° 57.87' O
DD° MM' SS"(WGS84)
49° 34' 2" N, 8° 57' 52" O
UTM(WGS84)
32U 497433 5491056

Geschichte

Beerfelder Galgen
Beerfelder Galgen, im Vordergrund das Sandsteinkreuz

Der Beerfelder Galgen ist der am besten erhaltene dreischläfrige Galgen Deutschlands. Er wurde 1597 anstelle eines Holzgalgens errichtet, so dass mehrere Exekutionen gleichzeitig vorgenommen werden konnten. Laut der Überlieferung soll die letzten Hinrichtung 1804 stattgefunden haben. Sie wurde an einer Zigeunerin vollzogen, die für ihr krankes Kind ein Huhn und zwei Laib Brot gestohlen hatte.

Der zur Grafschaft Erbach zugehörige Ort erhielt im Jahre 1328 Stadtrechte. Die Stadt Beerfelden entwickelte sich bis zum Dreißigjährigen Krieg zum Hauptort der Oberzent, einer Verwaltungseinheit innerhalb der Grafschaft. Dadurch fiel der Stadt auch die Gerichtsbarkeit zu, so dass auf einer Anhöhe eine Richtstätte aufgebaut wurde.

Vor dem Galgen befindet sich auch heute noch ein Sandsteinkreuz. Es diente damals als Stätte der letzten Buße, an dem der Verurteilte seine Taten bereuen sollte. Der Missetäter wurde auf einem Podest stehend aufgeknüpft, das anschließend weggestoßen wurde. Er starb durch Genickbruch oder erstickte.

Das Galgen stand absichtlich auf der Anhöhe mit einem atemberaubenden Panorama – der Verurteilte sollte geläutert werden und auch zugleich der Abschreckung und Mahnung dienen. Die Gehenkten hingen bis zu ihrer Verwesung am Galgen und wurde anschließend in nächster Umgebung verscharrt.

Es ist nicht bekannt, wieviele Menschen an diesem Ort durch den Strick hingerichtet wurden: Beim großen Brand in Beerfelden im Jahre 1810 wurden auch die meisten Gerichtsunterlagen zerstört.

Wandervorschlag

360°-Panorama

Video

Quelle: Landesschau Baden-Württemberg