Sie sind hier:

Wandern im Odenwald / Ziele / M / Grube Messel

Grube Messel

Historie

Grube Messel
Blick vom Besucherzentrum in die Grube Messel
Rhynchaeites messelensis
Rhynchaeites messelensis (Ibis) aus dem Eozän, gefunden in der Grube Messel (Bild von Haplochromis, de.wikipedia.org, CC-BY)

Im Jahre 1859 begann man an dieser Stelle mit der Errichtung einer Eisenerzgrube. Beim Abbau stieß man auf Ölschiefer, der ab den 1880er Jahren abgebaut und aus dem Erdölprodukte gewonnen wurden. Bereits 1876 fand man ein Alligatorenskelett in der Grube Messel. Bis zur Schließung der Anlage im Jahre 1971 wurde Öl aus dem Gestein gewonnen.

Nach dem Aus des industriellen Ölschieferabbaus sollte hier eine zentrale Mülldeponie für Südhessen errichtet werden. Private Fossiliensammler machten Anfang der 1970er Jahre aber herausragende Funde und eine Bürgerinitiative gegen die Deponie wurde gegründet. 1976 bescheinigte ein Paläontologe des Forschungsinstituts Senckenberg den Fossilien der Grube Messel eine herausragende Bedeutung.

1981 wurde durch den Planfeststellungsbeschluss die Errichtung und der Betrieb der Deponie genehmigt und im Folgejahr mit den Bauarbeiten begonnen. Schließlich wurde im Dezember 1987 auf Betreiben der Bürgerinitiative in einem Eilantrag die Inbetriebnahme der Mülldeponie aufgrund von Formfehlern untersagt und im Hauptverfahren ein Jahr später das Urteil bestätigt.

Das Land Hessen kaufte 1991 die Grube und übertrug den Betrieb der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, die seitdem zu wissenschaftlichen Zwecken Ölschiefer abbaut. Am 8. Dezember 1995 wurde die Grube Messel zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Im Eozän (vor ca. 48 Millionen Jahren) stieg aus einem vulkanischen Hotspot Magma auf und traf dabei auf Grundwasser. Durch die heftige Dampfexplosion wurde ein tiefer Krater in die Landschaft gesprengt. Durch wiederholte Explosionen erlangte der Krater eine Tiefe von mehr als 700 Meter. Nach dem Abklingen des Vulkanismus bildete sich ein Maarsee, in dem sich verschiedene Sedimente ablagerten. In den tieferen Wasserschichten bildete sich aufgrund von Sauerstoffmangel ein Faulschlamm, in dem tote Tiere und Pflanzen hervorragend konserviert wurden.

49° 55' 7" N, 8° 45' 34" O/ 106 m über NN

DD,dddd°(WGS84)
49.91864° N, 8.75932° O
DD° MM,mmm'(WGS84)
49° 55.118' N, 8° 45.559' O
DD° MM' SS"(WGS84)
49° 55' 7" N, 8° 45' 34" O
UTM(WGS84)
32U 482722 5529613

Wanderung