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Wandern im Odenwald / Ziele / S / Schauenburg

Schauenburg

49° 27' 32" N, 8° 40' 46" O/ 275 m über NN

DD,dddd°(WGS84)
49.45891° N, 8.67943° O
DD° MM,mmm'(WGS84)
49° 27.535' N, 8° 40.766' O
DD° MM' SS"(WGS84)
49° 27' 32" N, 8° 40' 46" O
UTM(WGS84)
32U 476769 5478522

Anfänge

Die Schauenburg wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts durch das Kloster Lorsch erbaut. Die einstige weitläufige und befestigte Anlage diente zur Absicherung und Verwaltung des Klosterbesitzes. Die erstmalige Erwähnung datiert aus dem Jahr 1130, ein Gerhard von Schauenburg wird genannt. Er übte von hier aus die Herrschaft über die Lorscher Güter aus, unter anderem über die Orte Dossenheim, Handschuhsheim und Seckenheim. Im 13. Jahrhundert galten die Schauenburger als das vornehmste Geschlecht nach dem Pfalzgrafen im Lobdengau. Mit Simon von Schauenburg starb im Jahr 1280 der letzte männliche Schauenburger. In der Folgezeit gelangte die Anlage durch Heirat an Erlanger von Magenheim und anschließend an das Bistum Speyer.

Zerstörung

Das Erzbistum Mainz erwarb im Jahre 1320 Dossenheim und die Burg. Zwischen der aufstrebenden Kurpfalz und Kurmainz kam es in der Folgezeit immer wieder zu Machtkämpfen. In der Mitte des 15. Jahrhunderts waren bereits die Orte Dossenheim und Handschuhsheim zerstört. Schließlich zog Kurfürst Friedrich I., der Siegreiche, zur Schauenburg und belagerte sie fünf Tage lang. Trotz tapferer Gegenwehr mussten sich die Verteidiger, 18 Ritter und 30 Schützen, am Sonntag nach Ostern des Jahres 1460 geschlagen geben. Der Kurfürst ließ innerhalb von sechs Wochen die Burganlage schleifen.

Abbau

In der darauffolgenden Zeit diente die Burg der Bevölkerung als Quelle für billiges Baumaterial. So soll die heutige evangelische Kirche in Dossenheim größtenteils aus dem Material der Schauenburg errichtet worden sein. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein großer Teil der Vorburg Opfer des Prophyrsteinbruchs.

Restaurierung

Zu Beginn der 1930er und 1950er Jahren wurden bereits Maßnahmen zur Freilegung und Erhaltung der Schauenburg unternommen – diese waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Seit 1982 kümmert sich der Heimatverein Dossenheim mit freiwilligen Helfern, der Arbeitsgemeinschaft Schauenburg und unter Mitwirkung des Landesdenkmalamts um die Sicherung und Erhaltung der Mauerreste der Kernanlage. Über den Burggraben wurde 2009 eine neue Brücke errichtet. Funde von der Schauenburg sind im Heimatmuseum Dossenheim zu sehen.

Bilderserie

Blick von der Schutzhütte auf die Ruine Schauenburg
Blick von der Schutzhütte auf die Ruine Schauenburg
Graben
Graben
Rastplatz am Zugang zur Schauenburg
Rastplatz am Zugang zur Schauenburg
Teil der Ringmauer
Teil der Ringmauer
Blick auf den ehemaligen Bergfried
Blick auf den ehemaligen Bergfried
Blick vom ehemaligen Wirtschaftsgebäude
Blick vom ehemaligen Wirtschaftsgebäude
Aussicht vom einstigen Wohngebäude
Aussicht vom einstigen Wohngebäude
Am nördlichen Wehrgang
Am nördlichen Wehrgang
Rekonstruierte Brücke über den Graben
Rekonstruierte Brücke über den Graben
Ehemalige Wasserstelle
Ehemalige Wasserstelle
Restaurierungsarbeiten an der Zwingermauer
Restaurierungsarbeiten an der Zwingermauer
Brücke
Brücke
Blick von der Wasserstelle auf die Burganlage
Blick von der Wasserstelle auf die Burganlage
Aussicht von der einstigen Kapelle auf die Anlage und die Rheinebene
Aussicht von der einstigen Kapelle auf die Anlage und die Rheinebene
Nicht authentisches Modell von Alois Riedinger 1960
Nicht authentisches Modell von Alois Riedinger 1960

Wandervorschläge

Video

Quelle: Fly-Over-Europe